Welcher Bit für welche Schraube?

16.07.2021 15:24
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Welcher Bit für welche Schraube?

Schlitz- und Kreuzschlitzschrauben sind eigentlich jedem Handwerker ein Begriff oder?

Allerdings sind das längst nicht alle Schraubenköpfe oder Antriebe, die es auf dem Markt gibt. Dabei ist es wichtig, den richtigen Bit für die gewählte Schraube zu benutzen. Sonst kann es zu Beschädigungen oder starker Abnutzung des Schraubkopfes führen. Aber welcher Bit eignet sich jetzt für welche Schraube? – Die Übersicht der bekanntesten in der Infografik. Jeder kennt die Situation, in der man die Schraube fast nicht mehr herausbekommt und Sie sich nur mir viel Mühe wieder lösen lässt. Oft passieren solche Vorfälle durch einen einfachen Grund. Es wird der falsche Bit benutzt und so der Schraubenkopf „rundgedreht“. Es gibt einfach zu viele verschiedene Bits, um jeden einzelnen mit sein Vor- und Nachteilen genau zu kennen und immer direkt zu erkennen, welchen Bit man braucht.  

Schraube, Antrieb und Bit – was ist zu beachten

Schlitz, Kreuzschlitz und Torx sind eigentlich die gängigsten Schraubenkopfarten. Aber auch da muss man einiges beachten.

  • Vor dem Schrauben prüfen, ob der Bit einwandfrei ist
  • Die Antriebsart muss zum Schraubenkopf passen
  • Die Größe des Bits muss mit der Größe des Kopfes exakt übereinstimmen
  • Bit niemals schief ansetzen um ein herausrutschten zu verhindern
  • Bit für die optimale Kraftübertragung immer gerade in den Kopf drücken

Den korrekten Bit für die richtige Schraube wählen!

Hier einmal eine kleine Übersicht einiger Bits. Alle von ihnen haben spezielle Anwendungsbereiche sowie Vor- und Nachteile.

Schlitz

Eine Schlitzschraube kennt jeder oder? Ja klar, denn Sie ist mit der Kreuzschlitzschraube die am häufigsten verbaute Schraube, obwohl Sie auch echte Nachteile hat. Diese reichen von der unzureichenden Kraftübertragung bis zum leichten seitlichen Abrutschens aus der Vertiefung.

Kreuzschlitz/Philips

Da möchte ich erstmal ein Vorurteil aufklären, denn die Firma, die man vielleicht mit einem ähnlichen Namen kennt, hat keine Verbindung zu dem Bit oder seiner Form. Der Name geht auf den Erfinder zurück. Bei diesem Antrieb wird die Kraft deutlich besser übertragen und auch die Gefahr des Abrutschens wird weiter minimiert. Die Klingen laufen zur Mitte hin Spitz zu, sodass ein einführen besonders leicht ist. Leider rutscht er aber auch so schnell wieder heraus, und verursacht dann Beschädigungen am Antrieb (auch „Cam-Out-Effekt“ genannt).

Podzidriv

Wenn man nicht genau hinguckt, könnte man auch denken hier ist ein Philips- oder Kreuzschlitzbit aber, durch die 4 extra Klingen, die die Schraube besonders festhalten, ist die Gefahr des Abrutschens oder des Durchdrehens noch weiter minimiert. Die extra Klingen stehen im 45° Winkel zu den anderen und sind leicht nach hinten versetzt.

Torx

Der sechsendige Stern mit abgerundeter Spitze zeichnet sich durch seine besonders gute Kraftübertragung und den besonderen Sitz aus. Dadurch, dass der Bit nicht zur Mitte hin Spitz zuläuft, muss man ihn nicht so fest in den Kopf drücken wie die anderen Bits. Dazu gibt es noch den Torx mit Stift in der Mitte (siehe Infografik).

Inbus (Innensechskant)

Vielleicht haben einige von euch gedacht der Antrieb würde Imbus heißen aber hier folgt die Erklärung, warum der Antrieb so heißt. Ursprünglich wurde der Bit von den Bauer-und-Schaurte-Werken erfunden und auf den Markt gebracht. Dort kommt auch der Markenbegriff Inbus her. (Innensechskanntschraube Bauer und Schaurte) Eigentlich jeder kennt die kleinen Werkzeuge die fast in jedem Ikea Bausatz vorhanden sind. Der Inbusschlüssel besteht aus einem Sechseck mit jeweils 120° Winkeln. Allerdings ist die Kraftübertragung nicht so gut wie beim Torx, weshalb er sich leichter verformen lässt und oft bei größeren Krafteinwirkungen nachgibt.

Clutch

Dieser ist einer der besonderen Bits unter den hier vorgestellten. Es handelt sich hier um einen Sicherheitsbit der zu Anfang nur in der Automobilbranche benutzt wurde und dem Endverbraucher nicht direkt die Chance geben sollte die Schrauben zu lösen. Es gibt den Bit in zwei Ausführungen (A und B).

Spanner

Dieser Bit ist ähnlich wie der vorher vorgestellte ein Sicherheitsbit aus den USA und wird dort auch Snake Eye genannt.

Robertson / Square 

Diesen Innenvierkantbit hat Peter Lymburner Robertson aus Kanada erfunden und patentieren lassen. Er findet hauptsächlich in den USA und Kanada Anwendung

Triple Square

Der „Triple-Square“ bekam seine Bezeichnung durch seine spezielle Form. Die drei Robertson-Quadrate liegen hier etwas versetzt übereinander und lassen so einen Stern mit zwölf Zacken entstehen. Dieser Bit wird vor allem in der Deutschen Automobilindustrie verwendet, wenn ein hohes Anzugsdrehmoment benutzt wird.

Torq

Dieser Antrieb sieht auf den ersten Blick aus wie ein etwas schiefe Philips-Kreuz aber die Klingen sind bewusst so angeordnet. Schrauben mit diesem Kopf lassen sich nicht einfach mit einem gewöhnlichem Kreuzschlitzbit herausdrehen. Torq findet meist Anwendung in der Luftfahrt oder in der Militärindustrie.

Tri-Wing /Tri-Point

Diesen Bit gibt es nochmal in vielen verschiedenen Ausführungen, aber Sie haben alle eine Gemeinsamkeit. Er besteht aus drei Flügeln. Oft wird dieser bei Elektronikherstellern wie Apple, Samsung, Siemens oder ähnlichem benutzt.

Der Cam-Out-Effekt und was er bedeutet

Der Cam-Out-Effekt beschreibt das herausrutschens des Bits aus der Schraube. Hier übersteigt das Drehmoment die mögliche Aufnahme des Schraubenkopfes und rutscht so einfach aus dem Antrieb. Hierbei wird oft etwas Material der Schraube herausgerissen und abgetragen, was bei häufigerem Fehler zur Zerstörung des Kopfes führen kann.


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